Sucht (Alkohol)

Teil 03: Das Fundament (Heilung & Alltag)

Kapitel 05: Selbstfürsorge (Körper, Geist, Seele)

– Mehr als nur Wellness: Die Rückgewinnung deiner selbst –

Von 20. März 2026

Selbstfürsorge wird oft mit Egoismus verwechselt. Dabei ist sie bei Suchterkrankungen ein Überlebenswerkzeug. Wenn du deinen „Tank“ nicht füllst, wird der Druck, ihn wieder mit Alkohol zu füllen, unvermeidlich steigen. 

1. Körperliche Ebene: Die Sanierung deines Tempels 

Dein Körper hat jahrelang Raubbau an sich selbst betrieben. Jetzt ist die Zeit der Reparatur gekommen: 

  • Schlaf: Die wichtigste Ressource. Dein Gehirn braucht ihn, um die Botenstoffe (Dopamin, Serotonin) neu zu kalibrieren. 

  • Ernährung & Flüssigkeit: Alkohol entzieht dem Körper essenzielle Nährstoffe. Ein stabiler Blutzuckerspiegel durch regelmäßiges Essen verhindert „Hunger-Attacken“, die oft als Suchtdruck fehlinterpretiert werden. 

2. Psychische Ebene: Innere Hygiene 

Dein Geist braucht Ordnung, um ruhig zu bleiben. 

  • Gedanken-Stopp: Lerne zu erkennen, wann du anfängst, dich selbst im Kreis zu drehen oder dir Vorwürfe zu machen. Stoppe diese Schleifen bewusst durch physische Unterbrechung (aufstehen, lüften). 

  • Positives Framing: Fange an, kleine Erfolge (den Tag trocken beendet, ein gesundes Essen gekocht) bewusst wahrzunehmen. Das trainiert dein Belohnungssystem auf natürliche Quellen. 

3. Emotionale Ebene: Gefühle zulassen 

Gefühle zu unterdrücken ist der direkteste Weg zurück zur Sucht. 

  • Akzeptanz: Erlaube dir, dich auch mal traurig, wütend oder einsam zu fühlen. Diese Gefühle sind keine „Gefahr“, sondern lediglich Informationen über deine Bedürfnisse. 

  • Selbstmitgefühl: Behandle dich so, wie du einen geschätzten Freund behandeln würdest, der gerade einen schweren Lernprozess durchmacht. 

 

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